Das 2D Beat ‘em Up Vanguard Princess wurde bereits im Juli für Linux und SteamOS angekündigt und ist seit Ende August offiziell erhältlich. Obendrauf gibt es die Boss-Kämpferin Hilda Rize und alle anderen DLCs kostenlos dazu.

Freunde von Prügelspielen wie Street Fighter und Mortal Kombat dürfen sich freuen. Vanguard Princess wurde für Linux veröffentlicht und erweitert die noch eher kurze Liste der 2D Fighter für SteamOS. Das Spiel zeigt sich in einem schicken Anime-Gewand und hebt sich durch eine spezielle Spielmechanik von den anderen Titeln ab.

Im Gegensatz zu seinen Genrevertretern steigen bei Vanguard Princess nicht nur zwei Kontrahenten in den Ring, diese werden zusätzlich von jeweils einer Teamkollegin unterstützt, mit der gemeinsame Angriffe möglich sind. Wechseln zwischen den Kämpferinnen, wie bei Marvel vs Capcom, kann man nicht. Sie sind nur für die speziellen Partner-Angriffe verfügbar.

Vanguard Princess wurde für Linux in einen Wine-Wrapper gepackt. Es handelt sich also um keinen nativen Port. Was zählt ist, dass das Spiel funktioniert – und das tut es. Sogar sehr gut. Es wird natürlich trotzdem beachtet, was dieser Umstand für Probleme mit sich bringt und an gegebener Stelle darauf eingegangen.

Böse Regierung verleiht Mädels Superkräfte

Die Hintergrundgeschichte des Spiels handelt von Experimenten der Regierung an einem jungen Mädchen, welche eine kosmische Schockwelle zur Folge hatten, wodurch einige Mädels mit magischen Kräften beglückt wurden. Dummerweise sinnt das Versuchskaninchen nach Rache und möchte deshalb alles Leben auf der Erde vernichten. Eine Gruppe mutiger Mädchen nutzt ihre neue Gabe und stellen sich ihr entgegen, um die Welt zu retten, aber auch aus ganz persönlichen Motivationen.

Vanguard Princess Screenshot 04Wie bei den meisten Japano-Prüglern üblich, werfen sich die Kontrahenten vor jeder Runde ein paar Phrasen um die Ohren, um so die Story des jeweiligen Charakters weiterzustricken. Nach ein paar Runden kommt jeweils eine kurze Zwischensequenz mit Dialogen zwischen den Kämpferinnen. Dabei geht es um die ganz persönliche Geschichte der gewählten Dame.

Soweit im Großen und Ganzen die Story von Vanguard Princess. Ziemlich klischeebehaftet, bei einem klassischen Beat ‘em Up jedoch nicht all zu relevant. Die Story wird ohnehin einige Spieler nur wenig bis gar nicht interessieren. Schließlich geht es um die Kämpfe – und diese laufen Genretypisch in Runden ab, bis eine der Rivalinnen zwei Siege für sich beanspruchen konnte.

Steuern lässt sich das Spiel sehr einfach und die Spezialattacken sind die üblichen Tastenkombinationen, wie man sie aus den meisten Fighting-Games kennt. Diese lassen sich für jeden Charakter während des Spiels im Pausenmenü aufrufen und dadurch jederzeit nachschlagen. Jede Kämpferin besitzt ein bis zwei Super-Angriffe, die man auslösen kann, wenn sich die dazugehörige Anzeige am unteren Bildschirmrand gefüllt hat.

Vanguard Princess Screenshot 12Diese mächtigen Angriffe leiten eine automatische Kombosequenz ein, welche die Gegnerin bei erfolgreicher Anwendung einiges an Energie kostet, sollte diese den Angriff nicht rechtzeitig abblocken können. Dann sind da noch die Support-Charaktere. Diese kann man auf Knopfdruck zur Hilfe rufen, wodurch sie aus dem Hintergrund aktiv am Geschehen teilnehmen und den Spieler bei seinen Attacken mit verschiedensten Aktionen unterstützt.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen schwachen Support-Funktionen, die einfach nur auf Knopfdruck ausgelöst werden, sowie mittlere und starke Variationen dieser. Sie werden mit einer zusätzlichen Bewegung nach vorne oder schräg-unten ausgelöst, während man diese Richtung gleichzeitig mit der Aktionstaste drückt.

Es gibt auch noch eine Spezial-Version, indem man zusätzlich nach unten drückt, und eine Schutzfunktion, die durch gleichzeitiges Drücken nach hinten ausgeführt wird. Wenn man sich während eines Angriffs des Gegners nach hinten bewegt, blockt man übrigens diesen. Nach hinten und unten gleichzeitig hilft dabei auch gegen tiefe Schläge. Würfe lassen sich hingegen nicht abwehren.

Bei einem Treffer während der Zuhilfenahme des Support-Charakters wird dieser für ein paar Sekunden gesperrt.

Die Energie zum Ausführen der Aktionen des Super-Charakters ist begrenzt. Zwar füllt sich diese langsam wieder auf, jedoch benötigen die verschiedenen Variationen auch unterschiedlich viel dieser Energie. Ist nicht genug vorhanden, wird lediglich die Standard-Funktion ausgeführt.

Kassiert man einen Treffer, während die Unterstützung aktiviert wurde, so wird die Hilfskraft außer Gefecht gesetzt und für die nächsten paar Sekunden gesperrt. Diese Maßnahme sollte also möglichst im passenden Moment eingesetzt werden. Richtig angewendet, kann diese Funktion sehr hilfreich und in vielen Fällen sogar entscheidend für den Sieg sein.

Am besten übt man die Steuerung erst einmal im Easy-Mode genannten Übungsmodus, bei dem man gegen eine untätige Kontrahentin in den Ring steigt und in aller Ruhe Spezialattacken und Support-Kommandos ausprobieren kann. Die Gegnerin lässt sich aber nicht so einstellen, dass sie auch angreift. Daher können keine Blocks und Konter geübt werden.

Leicht bekleidete Frauen mit dicken... Wummen.
Leicht bekleidete Frauen mit dicken… Wummen.

Story- und Versus-Modus

Neben diesem Modus stehen noch zwei weitere Schwierigkeitsgrade, normal und schwer, für den Arcade-Modus zur Verfügung. Doch Vorsicht: Selbst bei normalem Schwierigkeitsgrad geht es schon sehr hektisch zur Sache, wodurch ungeübte Spieler schnell frustriert sein könnten. Man sollte sich im Vorfeld wirklich mit der Steuerung auseinandersetzen oder zumindest wissen, auf was man sich einlässt.

Zu den genannten Variationen für Einzelspieler bietet Vanguard Princess einen Versus-Modus für zwei Spieler an einem Rechner. Einen Online-Multiplayer gibt es nicht. Die Kämpfe laufen ab wie gehabt, nur dass in der Standard-Einstellung drei statt zwei Siege nötig sind, um den Kampf erfolgreich zu beenden.

Weitere Einstellungen wie die Anzahl der benötigten Siege, das Zeitlimit einer Runde und der gewünschte Hintergrund, vor dem gekämpft werden soll, lassen sich nur über das Kontextmenü des Fensters über Settings → Game auswählen. Leider ist das etwas unglücklich gewählt, besonders wenn das Spiel nur mit einem Controller gesteuert werden soll.

Siegerpose.
Steh‘ schon auf. Oh…

Für Linux im Komplettpaket

Vanguard Princess bietet 10 verschiedene Kämpferinnen und 5 Support-Charaktere. Zudem gibt es noch den Endboss Hilda Rize, welche zur Unterstützung das Duo Maya und Kaya, also gleich zwei Helferinnen mitbringt. Ursprünglich ist Hilda nur durch einen zusätzlichen DLC verfügbar. In der Linux-Version ist dieser Charakter jedoch gleich völlig kostenlos mit dabei, was auch in der News-Meldung auf Steam bestätigt wird.

Ob Hilda nur für Linux-Nutzer kostenlos ist, können wir momentan nicht sagen. Zudem steht der DLC trotzdem zum Kauf bereit. Es wird auch nicht angezeigt, dass man diesen bereits besitzt, obwohl der Charakter definitiv im Spiel vorhanden und auch spielbar ist. Es gibt noch zwei weitere DLCs, die jeweils einen neuen Charakter ins Spiel bringen, neue Stages, neue Musik und neue Enden sowie Storylines.

Auch diese Erweiterungen scheinen bereits im Spiel vorhanden zu sein. Man bekommt also beim Kauf von Vanguard Princess für knapp 5 Euro ein zusätzliches Paket, welches bei Steam zusammen mit fast 12 Euro zu Buche schlägt. Wie bereits erwähnt, findet dieser Umstand zwar in der Ankündigung Erwähnung, es ist aber nirgends davon zu lesen, dass es sich dabei um die immer noch erhältlichen DLCs handelt.

Wer hier nicht vorsichtig ist, zahlt in diesem Fall fast das dreifache obendrauf, obwohl das gar nicht nötig ist. Es liest schließlich nicht jeder die Neuigkeiten zu einem Spiel. Die Zusatzinhalte kostenlos mit in die Grundversion zu stecken, ist zwar ein feiner Zug, bei der Kommunikation hapert es aber noch ein wenig.

Hilda, die Schreckliche.
Hilda, die Schreckliche.
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Dennis
Seit 2004 begeisterter Linux-Anhänger, spiele ich schon viel länger Videospiele. Angefangen hat alles mit einem Amiga 500 und einem Game Boy im Jahr 1990. Ich schlage mich momentan als ausgebildeter Mediengestalter durchs Leben, studiere nebenher Digitale Medien und interessiere mich sehr für IT-Sicherheit. Warum ich noch ein Windows auf meinem Rechner habe, ist mir mittlerweile schon entfallen, da ich es seit Monaten nicht mehr gestartet habe.

2 KOMMENTARE

  1. Zu Scarlet Blade kann ich nicht viel sagen, das kannte ich vorher nicht. Außerdem sind MMORPGs nicht so meins. Dem Artikel und den Bildern nach scheint mir das auch ein wenig zu dick aufgetragen. Vanguard Princess ist da eher unschuldig, zumal die Kämpfe so hektisch ablaufen, dass vieles des Gezeigten ohnehin untergeht.
    Ich würde es daher auch nicht als Spiel rein für Erwachsene abtun, so schlimm ist es dann bei Weitem nicht. Es reicht aber, um ab und zu ungläubich grinsend den Kopf zu schütteln — Fanservice eben.

    Wieso jetzt die Sache mit dem Steam-Overlay von Valve in dem Fall tolleriert wird, verstehe ich auch nicht. Vielleicht drücken sie ein Auge zu, gerade weil es für SteamOS so wenige Beat ‚em Ups gibt und diese doch für Konsolen wie gemacht sind. Oder sie berücksichtigen das Alter und die verwendete Technik des Spiels und sind deshalb nachsichtig.

    Naja, hoffen wir, dass es dabei bleibt und Vanguard Princess seinen SteamOS-Status nicht doch noch aberkannt bekommt. Da Street Fighter V immer noch auf sich warten lässt, ist dieser Titel ein dringend notwendiger Kandidat in der Liste der Linux-Spiele.

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