The Final Station schickt uns auf eine Reise in eine apokalyptische Welt, welche von dunklen, tödlichen Wesen heimgesucht wird. Als Zugfahrer versuchen wir uns den Weg durch die gefährliche Welt zu bahnen.

«Bitte nicht schon wieder Zombies…»

Diesen Satz hört man mittlerweile schon so oft, dass man meinen möchte alle Spiele mit Zombies wären grundsätzlich das Letzte. Aber klar muss man zugeben, dass sowohl das 100ste «The Walking Dead» als auch andere Zombie-Spiele die auf Wellen von Untoten setzen, auf Dauer einfach langweilig sein können. Das Setting ist ausgelutscht und Spiele-Entwickler bringen keine neuen Ideen, wodurch leider auch Zombies insgesamt einen schlechten Ruf erhalten haben.

Im Spiel The Final Station sieht dies ein wenig anders aus: Statt Infizierte in Massengräber zu befördern, kümmern wir uns sorgfältig um jeden einzelnen Patienten. Die Munition ist knapp und unsere einzige Rettung ist unser Zug, mit dem wir uns jeweils zum nächsten Bahnhof durchkämpfen. Schauen wir uns also an, ob die Wiedergänger uns dieses Mal begeistern können.

Wo bin ich?

The Final Station wirft uns ohne Vorwarnung in das Spiel. Wir fragen uns: „Wer sind wir?“, „Wo sind wir?“ und „Was machen wir hier?“. Spielen wir weiter, bemerken wir, dass wir ein Zugfahrer sind und die Welt zu Scheitern droht. Dies erkennen wir vor allem an den zombieartigen Gestalten, welche die Menschen ihres Lebens berauben wollen. Wie immer möchten wir zur Spoilervermeidung nicht tiefer drauf eingehen, die Handlung rund um The Final Station hat es nämlich in sich: Trotz stimmigen Pixellook schafft uns das Spiel mit seiner Geschichte und Atmosphäre zu begeistern und bewirkt in vielen Passagen Herzklopfen sowie Verwirrung, bringt uns aber auch zum Schmunzeln. Das klingt nach einem sehr seltsamen Mix, funktioniert jedoch ausgesprochen gut.

Die verschiedenen Levels in der Spielwelt die wir besuchen erzählen meist eine eigenen Geschichte, also eine Art Geschichte in der Geschichte. Das Spiel macht sich Gespräche mit NPCs, Chatverläufe, Briefe oder andere Zettel zu Nutze, welche dann auch häufig Details zur Haupthandlung beisteuern. Eine andere Form der Erzählung liegt nicht vor, da The Final Station auf eine Sprachausgabe verzichtet. Abgehen tut dies jedoch nicht, was unter anderem dem genialen Soundtrack und den stimmigen Soundeffekten zu verdanken ist.

Allgemein schafft es The Final Station mit seiner Handlung zu überzeugen, vor allem wenn man auf Details achtet und sich die Zeit nimmt etwas von der Spielwelt zu erfahren. Störend ist nur die etwas magere Aufklärung der Eingangs erwähnten Spielerfragen, auch wenn man dies als gewollte Intepretation des Spielers ansehen könnte.

Beruf: Lokführer?

Um den Beruf des Zugfahrers gerecht zu werden, brauchen wir natürlich einen Zug mit dem wir von Bahnhof zu Bahnhof fahren können. Auf den Strecken finden wir sogenannte Blocker vor. Diese gemeinen Gerätschaften verhindern unser Weiterfahren auf den Gleisen. Nur die Zugangscodes der Person des jeweiligen Posten am Blocker helfen uns unseren Weg fortzuführen. Problematisch dabei ist, dass diese Personen ihren Beruf nicht gerade ernst nehmen und sich häufig mit anderen Dingen beschäftigen.

Unsere Aufgabe besteht nun darin, diese Codes in möglichst ganzen Stücken zu finden. In den Levels wimmelt es nämlich nur so von diesen schwarzen Gestalten. Außer den Zugangscodes finden wir manchmal auch andere Überlebende die sich uns anschließen und so bis zum nächsten größeren Zwischenstopp mitreisen. Diese sind auch möglichst lebendig zu halten, sofern wir von deren Wissen oder materieller Vorzüge profitieren möchten.

Im Zug liefern wir uns während der Fahrt ein paar belanglose Minispiele, in denen wir uns um die Systeme des Zuges kümmern müssen. Störend dabei ist, dass häufig wichtige Informationen zur Geschichte durch Gespräche der Mitreisenden geboten werden, die wir durch unseren gleichzeitigen Versorgungsstress aber nicht richtig mitbekommen. Zwar pausieren die NPCs wenn wir unsere Bahn warten, trotzdem ist es schwierig den Konversationen zu folgen.

Nach kurzer Fahrzeit erreichen wir jeweils den nächsten Blocker, der uns die Weiterfahrt versperrt. Durch Looten von Kisten, Möbeln und Toten bekommen wir Ressourcen um Nahrung, Erste-Hilfe-Kisten und Munition herstellen zu können. Gerade Nahrung und Medizin sind zwingend notwendig um die Mitreisenden am Leben zu erhalten. Die Munition kommt uns bei der Bekämpfung der Gestalten zugute. Es gibt unterschiedlich starke Gegnertypen, welche unterschiedliches Handeln erfordern. Neben der schwachen Pistole am Anfang bekommen wir im späteren Verlauf bessere Waffen, wie etwa eine Shotgun. Hauptproblem ist die extreme Munitionsknappheit die uns zu sparsamen Methoden zwingt. Gezielte Kopfschüsse und taktisches Nutzen der Umgebung sind unabdingbar während wir die verschiedenen Levels durchkreuzen.

Die automatische Speicherung meint es manchmal zu gut, wodurch es vorkommt, dass wir nach einem verpatzten Angriffsversuch mit geringer bis gar keiner Munition direkt neben den Gegnern spawnen. In diesem ungünstigen Fall hilft nur manuelles Neustarten des Levels, was gerade in den letzten Abschnitten häufiger vorkommen kann. Nichtsdestotrotz ist die Ressourcenknappheit ein wesentliches Element des Spiels und gibt dem Spieler ein gutes Gefühl von der apokalyptischen Situation in der Spielwelt.

Ein wenig müssen wir den möglichen Monotonie-Vorwurf des Zombie-Settings aber schon bestätigen: Die Mechanik bleibt natürlich immer gleich, wodurch sie sich im späteren Spielverlauf etwas abnutzt. In diesen Momenten halten uns die spannende Handlung und die interessanten Nebengeschichten der Level-Abschnitte am Weiterspielen.

The Final Station ist auf Steam, GOG und im Humble Store erhältlich. Für ungefähr 15€ kauft man sich 4 Spielstunden Spaß, was das Spiel gerade für Gelegenheitsspieler oder Leute mit geringem Zeit-Budget ansprechend macht. Legt man noch 5€ drauf gibt es zusätzlich noch den Soundtrack bestehend aus 10 Titeln sowie ein Artbook. Wer es gerne günstig mag, der kann aktuell den Steam-Winter-Sale auskosten und das reine Spiel für 10€ oder mit DLC für 12€ erwerben.

Review Übersicht
Handlung
95 %
Gameplay
85 %
Grafik
85 %
Sound
95 %
Technik
90 %
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Konstantin

Neben Games4Linux mache ich gerne Videos auf YouTube und interessiere mich für verschiedene Themen rund um Server, Netzwerke und IT-Security.

2 KOMMENTARE

  1. Ich habe momentan derart wenig Zeit zum Spielen, da kommt mir ein Game mit «nur» 4 Stunden Durchspielzeit gerade recht.

    Bei sagenhaften 90% Bewertung muss ja was dran sein :-)) Danke für den Test, gekauft!

    • Ja, mir hat es sehr gefallen und auch andere Kollegen, welche ich es vorgestellt habe, waren sehr begeistert 😉
      Man muss den Look mögen, aber wenn man sich drauf einlässt hat man ein nettes schönes Erlebnis 🙂

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