Schon etwas länger auf dem Markt ist das Spiel «Superhot» eines polnischen Newcomer-Entwicklerteams mit dem gleichnamigen Namen «Superhot Team». Ob der Shooter wirklich «most innovative» wie angekündigt sein soll, prüfen wir in diesem Test.

Handlung

Startet man zum ersten Mal das Spiel «Superhot» [offizielle Seite] öffnet sich ein DOS-ähnliches Betriebssystem namens piOS. Darin ploppt ein Popup auf und wir bekommen von unserem anonymen Buddy aus dem guruCHAT eine Nachricht mit den Inhalt, ob wir denn schon das geniale Spiel «Superhot» spielen würden.

Dieser schickt uns daraufhin den Crack, wodurch wir uns in die Firmenwebsite einloggen und dadurch auch spielen können. Dadurch können wir uns jetzt den Weg durch die unterschiedlichen Level das Spieles bahnen. Tiefer eingehen möchten wir auf die Story hier nicht, vor allem um mögliche Spoiler zu vermeiden.

Das ganze finden wir ist zwar eine nette Idee um ein Spiel zu beginnen, jedoch könnte man den Entwickler auch vorwerfen, dass sie sich nicht um eine «richtige» Handlung kümmern wollten. Leider müssen wir zugeben, dass uns die Story gar nicht angesprochen hat. Es soll Leute geben die in unterschiedliche Social Media herum philosophieren, wie denn die Handlung vom Spiel genau sein könnte, jedoch hat sie uns einfach kalt gelassen und nicht so wie etwa ein Life is Strange zum Nachdenken angesprochen.

Wir vermuten, dass die magere Handlung eventuell durch den starken Fokus auf das Gameplay entstanden ist. Sollte diese Vermutung zutreffen, verstehen wir nicht warum überhaupt eine Handlung vorhanden ist. Ganz nach dem Motto: Lieber gar keine Handlung, dafür aber mehr andere Inhalte, wie etwa viel mehr Levels.

Gameplay

Superhot arbeitet mit einem einfachen aber großartigen Prinzip: Die Zeit geht nur voran, wenn wir uns bewegen. Bewegungen wir uns nur minimal ist also alles in einer starken Zeitlupe. Das ermöglicht uns neue Möglichkeiten, so können wir beispielsweise Kugeln von gegnerischen Fronten im Matrix-Style ausweichen.

Trotz der Zeitlupe und der Vermutung Superhot würde sich langsam spielen, fühlt sich das Spiel dennoch schnell an. Es ist erstaunlich wie hier beides dabei ist. Beim Kämpfen mit den Gegner haben wir immer nur eine Chance, sterben wir bei unserem Versuch die Feinde kalt zu machen, fangen wir von vorne an. Störend ist hier nur, dass es teilweise ein wenig schwierig ist die eigene Hitbox zu erkennen. Wir sehen Kugeln, von welchen wir vermuten würden, sie würden ans uns vorbeigehen, aber sie treffen uns leider dennoch. Auch fehlt uns ein Ducken-Feature, was uns in manchen Situationen ein wenig mehr Möglichkeiten eröffnen würde.

Unser Hauptkritikpunkt ist aber, dass es einfach viel zu wenig Level gibt. Auch wenn sich beim Beenden der Kampagne der Endless-Modus und die Challenges freischalten, spielen wir dennoch fast immer auf den Karten, welche wir bereits in der Story gespielt haben. Gerade so ein Spiel lebt von vielen Levels. Die Anzahl ist einfach viel zu gering, wodurch das Spiel in ca. 2 Stunden durch ist. Wir hoffen, dass sich dies mit den kommenden kostenlosen DLC ändert. Die Mechanik ist super, keine Frage, jedoch braucht das Spiel mehr Inhalt in Form von mehr Level und abwechslungsreichere Missionsziele als «Töte alle Gegner».

In den wenigen Level gefallen uns die unterschiedlichen Ausgangssituationen, wodurch jedes Level eine kleine Geschichte am Anfang erzählt. Mal sind wir im Aufzug mit 4 Bösewichten, ein anderes Mal fangen wir eine Prügelei mit dem Barkeeper an. Das regt ein wenig zum Nachdenken an. Beim Kämpfen gegen die roten Männer in den Levels haben wir unterschiedliche Waffen zur Verfügung. Entweder Werfen wir wild Gegenstände um uns oder wir nutzen einer der Waffen der Feinde. Diese sind entweder Nahkampfwaffen wie ein Katana oder eine der drei typischen Feuerwaffen: Shotgun, Pistole und Assault Riffle.

Was interessant ist, ist dass in der Kickstarter-Kampagne zu dem Spiel auch die Rede von Granaten war. Leider existieren diese im Spiel leider nicht (mehr). Warum? Es sieht so aus, als wurden einige Versprechungen nicht eingehalten. In dem kostenlos herunterladbaren Prototypen sieht man übrigens auch tolle Features, welche leider nicht vorhanden sind. Unter anderem wurde hier mit Bewegungen wie fallenden Kisten in der Zeitlupe und starken Lichteffekten beim Schuss gespielt.

Zurück zum Spiel: Sind wir dann jeweils mit einem Level durch, bekommen wir noch ein Replay in Echtzeit vorgesetzt. Das wäre ja echt super, wäre da nicht diese nervige aufploppende Schrift «SUPER» «HOT», wodurch man sein Replay gar nicht genießen kann.

Grafik

Die Grafik in den Spiele-Levels ist recht steril und arbeitet fast ausschließlich mit der Farbe weiß. Durch den starken Kontrast der rot leuchtenden Gegner wird definitiv der Fokus auf den Feind gelegt, welche bei «mechanischer» Einwirkung über Partikelsysteme in viele einzelne Teilchen zersplittert – nett anzusehen. Ansonsten kann man die Grafik leider nicht großartig loben. Wir verstehen nicht warum das Spiel sich so auf diese stark eingegrenzte Farbwahl konzentriert. Auch ist man enttäuscht, wenn man sich die früheren Ingame-Szenen der Kickstarter-Kampagne ansieht.

Tolle Lichteffekte, bessere Texturen und bessere Waffen-Modelle waren hier Programm. Davon ist leider im fertigen Spiel nichts mehr vorhanden – schade. Nicht des so trotz ist ansonsten die Grafik in Ordnung, auch wenn uns hier die Style-Wahl nicht unbedingt anspricht.

Sound

Der Soundtrack, welcher in der Kickstarter-Kampagne erwähnt wurde ist leider auch nicht im fertigen Spiel. Bis auf bei den Credits bemerkt man rein gar nichts von einer Musik.

Technik

Das Spiel läuft auf dem Testsystem mit einer GTX 970M auf den höchsten Einstellungen mit durchgehend 60FPS. Die Performance stimmt, alles läuft flüssig ohne Probleme. Die selbst erstellten Replays soll man angeblich auf einer Seite hochladen und teilen können, jedoch funktionierte dies bei uns leider nicht.

Fazit

Wir müssen und wollen ehrlich sein, schon lange war kein Fazit so schwierig für uns wie das von Superhot. Um die Frage aus dem Titel zu beantworten: Ja, aber nein. Superhot hat zwar eine innovative Mechanik, aber der Rest stimmt nicht. Neben einer besseren Handlung wären zumindest viel mehr Levels und eine abwechslungsreichere Missionengestaltung notwendig gewesen.

Kleinere Fehler sind zwar verzeihbar, die Handlung stört aber schon ein wenig. Letzteres hätte die Rettung für den geringen Umfang sein können. Den vollen Preis von 22,99€ wäre mir das Spiel aktuell nicht wert, in einem Sale kann man jedoch zugreifen. Wir hoffen, dass sich der Umfang durch den kostenlosen DLC ein wenig verbessert.

Review Übersicht
Handlung
Gameplay
Grafik
Sound
Technik
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Konstantin

Neben Games4Linux mache ich gerne Videos auf YouTube und interessiere mich für verschiedene Themen rund um Server, Netzwerke und IT-Security.

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