In diesem Test sehen wir uns das von Feral Interative portierte Spiel «Mad Max» genauer an und schauen ob die Rechnung aus Fahren, Kämpfen und Sammeln aufgeht.

Handlung

Gleich vorweg: Die Handlung vom Spiel hat praktisch nichts mit den Filmen zu tun.

In Mad Max spielen wir den Charakter Max Rockatansky in einem Endzeitszenario in welchem wir ums bittere Überleben kämpfen müssen. Dies erfahren wir gleich zu Beginn, wo wir von einer Menge Plünderern überfallen werden. Durch Glück im Unglück können wir zwar flüchten, jedoch fangen wir wieder bei 0 an. Das heißt keine Waffen, keine Nahrung und vor allem kein Auto. Letzteres ist gerade in den großen Weiten der Wüste sehr wichtig um von A nach B zu kommen. Zu Fuß in der Hitze kommt man nicht weit. Vor allem nicht, wenn böse Wetterphänomene wie Sandstürme, welche teilweise einige Minuten andauern können, einem den Tag vermiesen.

Zufällig treffen wir dann bei unserem Wüstenspaziergang auf einen verrückten, buckeligen Mechaniker namens Chumbucket. Dieser hilft uns bei der Suche nach einem geeigneten Fahrzeug, da er in uns eine Art heiligen Erlöser aus einer Prophezeiung sieht. Zu Beginn ist unsere Karre noch ziemlich mager ausgerüstet. Dies ändert sich jedoch mit zunehmenden Fortschritt in der Handlung. Dabei haben wir immer ein Ziel im Kopf: Gastown. Wo es den legendären V8-Motor gibt. Die Geschichte rund um das Endzeitszenario wird in englischen Zwischensequenzen erzählt. Deutsche Untertitel sind selbstverständlich vorhanden. Ansonsten ist die Handlung recht trocken und bleibt Nebensache. Hauptaugenmerk des Spieles ist definitiv das Gameplay.

Gameplay

Im Ödland gibt es genug zu tun: wir zerstören „Vogelscheuchen“ um das Einflussgebiet der bösen Buben einzuschränken, überfallen feindliche Festungen und Außenposten oder sammeln Schrott, was übrigens neben Munition, Nahrung und Sprit die wichtigste Ressource ist. Mad Max ist also ein typisches Open-World-Spiel. Viele Nebenbeschäftigungen gibt es, die uns dementsprechend viel Zeit zum Erledigen kosten können.

Mit dem gesammelten Schrott können wir dann unseren Wagen oder Max selbst aufrüsten. Mit dabei sind natürlich wieder andere Rollenspielelemente wie Fähigkeitspunkte, welche wir durch Aufsteigen erlangen können.

Geschenkt bekommen wir den Schrott aber freilich nicht. Oft müssen wir uns gegen verschiedene Gegnertypen durchsetzen. Die einen gehen recht leicht von der Hand, bei den anderen muss man aber schon ein wenig aufpassen. Vor allem, wenn man sich plötzlich in der Mitte einer riesigen Feindansammlung befindet.

Das Kampfsystem erinnert hier stark an das Free-Flow-System von Batman oder dem der Assassins Creed Reihe. Durch unterschiedliche Kombos und Konter im richtigen Moment erhöht sich die Schlagserie. Mit einer höheren Schlagserie wird Max dann zu „Mad Max“ und verteilt in seinem Wutmodus deutlich mehr Schaden.

Neben normalen Faustkämpfen sind auch vereinzelt Nahkampfwaffen von Gegnern verfügbar, welche sie beim Tod fallen lassen. Diese können wir zwar zeitweise benutzen, jedoch können sie weder mitgenommen noch unendlich lang benutzt werden – schade eigentlich. Letzteres liegt an der Abnutzung der Waffen, was jedoch mit unterschiedlichen Skills verzögert werden kann.

Ab und an dürfen wir dann auch mal zur Schusswaffe greifen, sofern wir natürlich genug Munition besitzen. Andere Waffen wie die Harpune, welche wir steuern können, betätigt dann unser Privatmechaniker Chumbucket, welcher bei jedem Wüstenausflug mit dabei ist und zusätzlich noch unser Fahrzeug repariert.

Hat man dann mal alle Feinde erledigt, geht es ans Sammeln. Was uns hier super gefällt ist, dass uns immer angezeigt wird was es alles noch in der Umgebung zu finden gibt . Also verschwenden wir keine Zeit mit der Suche von möglichen Objekten, welche es es gar nicht gibt. Die Sucharbeit macht so meist Spaß, zumal die Schauplätze von der Herangehensweise sich recht unterscheiden. Mal sind wir ins Felsspalten unterwegs, mal erklimmen wir einen Berg und mal erforschen wir unterirdisch.

Neben all den Stärken sind nur die Nebenmissionen der Wermutstropfen. Diese sind neben der mageren Vertonung (siehe Sound) auch noch anspruchslos und schlecht inszeniert.

Grafik

Die Spielwelt sieht trotz karger Wüstenlandschaft wunderschön aus. Vor allem in Kämpfen wirken die kontrastreichen Explosionen super in der Umgebung. Auch wenn Skyboxes als Himmel immer ein wenig übertrieben aussehen, passen sie hier ganz gut ins Setting.

Weniger gut gefallen uns die Texturen von Objekten. Gerade bei einer größeren Ansammlung von Gegenständen, z.B. in geschlossenen Räumen, bemerkt man die teils matschigen Texturen. Man merkt der Fokus lag hier eindeutig auf den Wüstenfahrten. Die Spielwelt ist davon abgesehen recht detailarm, auch wenn es wegen der Spiel-Situation passend ist, hätten mehr Details wie markante Schauplätze dem Spiel gut getan.

Sound

Der Sound war in den meisten Szenen absolut in Ordnung. Was uns jedoch störte waren die Sprecher. Gerade in den Nebenmissionen sind oft sehr unmotivierte Sprecher zu hören. Das mindert ein wenig die Atmosphäre, was eigentlich sehr schade ist. Wir fragen uns: Warum wurde hier gespart?

Technik

Zuerst zur Steuerung: Das Fahren in der Wüste geht anfangs ein wenig schwer von der Hand, jedoch gewöhnt man sich an das Handling der Vehikel. Außerdem kann dies natürlich durch richtiges Upgraden verbessert werden. Seltsam finden wir die Tastenbelegung auf dem Controller. So wurde hier neben der gewöhnlichen Sprungtaste das etablierte Schießen auf ungewöhnliche Tasten gelegt. Dies verlangt von an Third-Person-Spiele gewöhnte Spieler anfangs ein wenig Umdenken und kann durch versehentliches Schießen Munitionsverlust bedeuten – ärgerlich.

Das Spiel wurde von Feral Interactive für die Mac- und Linux-Plattform portiert. Performancetechnisch waren wir anfangs sehr begeistert. Auf unserem Testsystem mit einer NVIDIA GTX 970M, eine mobile Grafikkarte, läuft Mad Max in den ersten Levels in der Wüste auf höchsten Einstellungen (in FullHD) mit meist 60FPS.

Die Performance lässt aber nach sobald man in Gebieten mit mehr Elementen bzw. Texturen, wie etwa Festungen oder andere Außenposten, ist. Hier fallen die FPS dann gerne an manchen Stellen auf unter 40FPS, was sich natürlich auf das Spielgefühl auswirkt. Die Windowsplattform soll hier aber allgemein ähnlich agieren, wodurch hier nicht unbedingt den Port die Schuld trifft. Insgesamt ist die Grafikleistung trotzdem absolut in Ordnung.

Wer eine halbwegs aktuelle Desktop-Grafikkarte besitzt, wird definitiv auch in höheren Auflösungen wie 4K Spaß am Spiel haben. Ansonsten hatten wir ab und zu beim Spielstart ein Problem mit dem Sound, welches wir durch An- und Abstecken des Headsets jedoch lösen konnten.

Fazit

Mad Max besitzt eine riesige Spielwelt mit genauso vielen Aufgaben. Wer Lust hat die Welt zu erforschen, Ressourcen zu sammeln und Gegner zu bekämpfen der wird definitiv Spaß mit dem Titel haben, sofern man von kleineren Schwächen wie der Handlung, den Nebenmissionen und der Steuerung absehen kann. Der Port ist Feral Interactive definitiv gelungen und besitzt selbst auf älteren Geräten absolut passable Performance.

Review Übersicht
Handlung
Gameplay
Grafik
Sound
Technik
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Konstantin
Neben Games4Linux mache ich gerne Videos auf YouTube und interessiere mich für verschiedene Themen rund um Server, Netzwerke und IT-Security.

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