Ende Mai erschien Lumo und hat sich auf die Fahnen geschrieben, das isometrische Adventure zurückzubringen. Wir von Games4Linux.de haben das Spiel einem Test unterzogen um festzustellen, ob Lumo diesem Anspruch gerecht wird.

Wir bekamen vom Entwickler Triple Eh? Ltd. freundlicherweise einen Steam-Key zur Verfügung gestellt, wodurch wir Lumo etwas genauer begutachten konnten.

In Lumo hüpft und springt man als kleiner Zauberer durch verschiedene Räume, um Rätsel zu lösen, knifflige Sprungpassagen zu meistern und um das ein oder andere Geheimnis zu lüften – auch unter Linux. Das Spiel erschien zusätzlich für Mac OS, Windows und für die Konsolen PlayStation 4 und XBox One. Selbst Sonys Handheld PlayStation Vita wurde versorgt.

Die Aufgabe des Magiers besteht darin von Raum zu Raum zu ziehen und sich den dortigen Fallen zu erwehren. Dabei erwirbt er im Laufe des Spiels verschiedene Fähigkeiten um immer neue Denkaufgaben zu meistern und sich sogar mit ein paar Gegnern auseinanderzusetzen.

Lumo - Schmetterlinge für den ZauberstabDie Rätsel beschränken sich dabei größtenteils auf die Nutzung von Schaltern und das Herumschieben von Kisten um bestimmte Mechaniken auszulösen. Oft sind diese sogar raumübergreifend. Ihr legt im einen Raum einen Hebel um und in einem anderen öffnet sich eine zuvor verschlossene Tür. Oder der Wasserspiegel wird gesenkt und gibt zuvor versperte Areale frei, die man bisher aufgrund des Wasserstands nicht betreten konnte.

Dazu kommen Hüpfeinlagen die mal mehr und mal weniger Geschick erfordern. Ihr springt über Plattformen, Abgründe, stachelbesetzte Hindernisse und Fallen. Ihr balanciert auf dünnen Pfaden oder rotierenden Säulen, müsst mit begrenztem Atem tauchen und sogar eine kurze Slalom-Ski-Passage meistern. Die Neufassung des EGX Build-Trailers von 2015 zeigt in knapp zwei Minuten sehr gut, auf was man sich einstellen kann. Dieser wurde vom Entwickler kürzlich nochmals neu überarbeitet und um ein paar wenige Szenen erweitert. Aber erst einmal der Reihe nach.

 

Wer die Wahl hat…

Bevor man nun ins Spiel geworfen wird, muss man sich entscheiden, ob man den normalen Adventure- oder den Old-School-Modus wählt. Beim Adventure-Modus hat man unbegrenzte Versuche, es gibt eine Karte und einen Speicherstand mit Auto-Save-Funktion.

Lumo - eine Quietscheente auf dem WasserBeim Old-School-Modus spielt man gegen die Zeit ohne die Unterstützung einer Karte und mit einer begrenzten Anzahl an Leben. Er bietet sich also besonders für erfahrene Spieler und Speedrunner an und eben Leute, die eine besondere Herausforderung suchen. Hat man seine Wahl getroffen, muss man sich für ein Geschlecht und eine von sechs verschiedenen Farben entscheiden.

Auch die Orientierung der Steuerung kann angepasst werden. Es gibt ein klassisches Muster, bei dem der Character nach hinten links läuft, wenn man nach oben drückt und nach unten rechts, wenn man die Taste für «unten» betätigt. Links und rechts lassen die Spielfigur dann nach unten links bzw. oben rechts laufen. Das macht irgendwie keinen Sinn? Nun, bei den isometrischen Adventures von damals war das so. Vereinfacht erklärt wurde das Bild in der Draufsicht um 45° gedreht während alle drei Richtungen gleichmäßig verkürzt wurden. Dadurch wurde versucht, eine dreidimensionale Welt in einer flachen Umgebung zu simulieren. Die Eingaben mussten dann etwas anders interpretiert werden, da teilweise nur vier Richtungen für die Steuerung zur Verfügung standen.

Lumo - Eingang zur KathedraleDas beschriebene Bewegungsschema gibt es auch noch umgekehrt, also oben für oben rechts, unten für unten links, links für oben links und rechts für unten rechts.
Oder man entscheidet sich für eine zeitgemäßere Art der Steuerung und nimmt die dritte Option, mit der der Spieler einfach in die jeweils gedrückte Richtung geht – ganz so, wie man es heutzutage am ehesten gewohnt ist.

In jedem Fall hat man die Möglichkeit die Auswahl gleich in einem kleinen Trainingsraum zu testen und gegebenenfalls zu wechseln, bevor man das eigentliche Spiel startet.

Gesteuert wird Lumo standardmäßig entweder mit der Tastatur mittels der WASD-Tasten oder mit einem Gamepad. Dabei kann man selbst während des Spiels von der einen zur anderen Steuerungsmethode wechseln. Auch die Tasten lassen sich im Menü neu belegen.

Apropos Menü. Startet man dann das Spiel, so wird man als der gewählte Charakter im Freien vor einem Gebäude abgesetzt und das Menü lässt sich vorerst nicht mehr aufrufen.
Nachdem man das Gebäude betreten hat findet man sich auf einer Retro-Veranstaltung wieder, die an einen in der Schule geplanten Themennachmittag erinnert.
Im hinteren Bereich entdeckt man einen Computer mit scheinbar defekten Komponenten. Man schaut sich den Rechner an, es Blitzt und der Computer saugt den Spieler ein. Man findet sich in einer anderen Welt wieder, als kleiner Zauberer mit übergroßem Hut.

Lumo - drei bunte Fackeln

 

Die Story ist Nebensache

Leider ist der Intro-Abschnitt zu Beginn auf der Veranstaltung so ziemlich das Einzige, was man an Story bei Lumo erwarten darf. Es erscheint zwar im Laufe des Spiels ein böser Geist, allerdings kommt es nie zu einem Bosskampf oder ähnlichem – zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Es gibt auch keine Dialoge und die Zwischensequenzen beschränken sich fast nur auf die Demonstration von Gegenständen und Fähigkeiten die man eingesammelt hat. Es bleibt bei Rätseln und Hüpfpassagen. Genretechnisch ist das aber nicht ungewöhnlich und stört in dem Fall auch nicht.

Zwar existieren Gegner wie Spinnen oder mit Stacheln besetzte Kreisel, allerdings muss man diesen lediglich ausweichen oder, im Fall der Spinnen, sie mit Licht verjagen. Zu richtigen Kämpfen kommt es nicht, was Lumo dafür aber zu einem sehr kinder- und familienfreundlichen Erlebnis macht. Deswegen ist es aber für erwachsene keineswegs uninteressant, besonders wenn man an die vielen Anspielungen denkt – aber dazu später mehr.

Lumo - tauchen unter Särgen

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Dennis

Seit 2004 begeisterter Linux-Anhänger, spiele ich schon viel länger Videospiele. Angefangen hat alles mit einem Amiga 500 und einem Game Boy im Jahr 1990. Ich schlage mich momentan als ausgebildeter Mediengestalter durchs Leben, studiere nebenher Digitale Medien und interessiere mich sehr für IT-Sicherheit.
Warum ich noch ein Windows auf meinem Rechner habe, ist mir mittlerweile schon entfallen, da ich es seit Monaten nicht mehr gestartet habe.

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