Das deutsche Entwicklerteam «Chasing Carrots» hat ihrem Spiel «Pressure» von 2013 einen neuen Anstrich verpasst. Was das „neue“ Spiel «Pressure Overdrive» den Spielern alles bieten kann, klären wir im Artikel.

Für den Einen ist der Kaffee, für den Anderen die kalte Dusche am Morgen unverzichtbar. Jeder hat so sein Morgenritual. So auch unser namenloser Protagonist, der sich morgens mit Baden im anliegenden See auf den Tag vorbereitet –  doch nicht heute. Nein, es hat sich kein Ungeheuer im See versteckt und das Wasser ist auch nicht verseucht. Es fehlt viel mehr einfach das Wasser. Doch wer hat Schuld an all dem?

Bösewicht: Graf Seife

Der Bösewicht namens Count Soap plant einen Spa zu erbauen und benötigt hierfür eine Menge Wasser, welches er sich unter anderem auch aus unserem See klaut. Gesellschaftskritik bezüglich Wasserprivatisierung oder einfach nur eine lustige Idee? Das wissen wir nicht, was wir jedoch wissen ist, dass die Story ansonsten recht kurz tritt. Zwar wird der Plot anfangs noch mit nett animierten Zwischensequenzen visualisiert, später bekommen wir aber leider keine Infos mehr zur Handlung. Auch unser netter französischer Mitstreiter, der als Waffenhändler fungiert, bleibt etwas blass. Warum er uns bei der “Resistance” hilft? – Keine Ahnung. Eine Erklärung bekommen wir zu Fragen wie Dieser leider nicht.

Dampf als Kraftstoff

Genug gemeckert. Nachdem unser kleiner Held das Wasser zurückgewinnen möchte, zieht er in den Kampf mit seinem Steam-Buggy und einer Menge Feuerkraft und macht sich auf den Weg zum Grafen. Das „Steam“ im Begriff ist weit wichtiger als zunächst vermutet, denn um uns den Gegnern stellen zu können, benötigen wir dringend genug Dampf. Ob Turbo, Waffe abfeuern oder einfach nur fahren, alles führt auf die Ressource zurück, die wir glücklicherweise durch Gegnereliminierungen bekommen können.

Nebenbei geht es noch darum, den Feinden und ihren Schüssen auszuweichen – wer hätte es gedacht. Je nach Spielabschnitt treffen wir so auf schwächere und stärkere Gegnertypen, die sich in ihren Angriffsmanövern stets ein wenig unterscheiden. Der Eine schießt eine Vielzahl an kleinen roten Projektilen, der Andere saugt uns den benötigten Dampf weg. Nur wer richtig taktiert schafft es so den Massen an Gegenspielern entgegenzuwirken.

Zusätzlich können wir unseren Buggy noch mit vielen Anpassungen an allen Positionen aufrüsten. Ein Turbo hinten, mehr Platz für Dampf an den Seiten und eine stärkere Waffe vorne – bereit für das Gefecht. Wem es alleine zu schwierig wird, der darf übrigens einen Freund nach Hause einladen, der einen unterstützen darf. Zu zweit macht es wie immer doppelt so viel Spaß.

Spaßiges Gameplay

Ihr habt es euch vielleicht schon selbst die Frage gestellt. Wenn kein durchgehender Story-Spaß geboten wird, was hält mich dann am Weiterspielen? Das Risiko eines montonem Gameplays ist natürlich da, auch mich hat beim Testen der Mix aus Fahren, Ausweichen und Schießen auf ähnlichen Levelabschnitten anfangs nicht so ganz überzeugt.

Nach ein paar Runden kommt man jedoch langsam rein und entdeckt das Gameplay für sich – zumindest mir ging es so. Vor allem wenn die Gegner stärker werden, die Schwierigkeit anzieht und wir es manchmal nur noch ganz knapp über die Ziellinie schaffen, steigt die Spannung und damit auch der Spielspaß. Spätestens wenn wir uns endlich das Upgrade zur Lieblingswaffe leisten können oder für unseren 12x-Multiplier mit einer kurzzeitigen Unsterblichkeit belohnt werden, macht es einfach jedem Spaß, über die Map zu düsen.

Natürlich reicht das alles nicht, um uns monatelang am Spiel fesseln zu können, das will Pressure Overdrive unserer Ansicht aber auch gar nicht. Pressure Overdrive bietet viel mehr spaßige Shoot ’em up-Action für Zwischendurch, auf Wunsch sogar mit einem Freund auf der Couch. Perfekt, finden wir, eignet sich das Spiel außerdem, wenn man gerade einem Podcast lauscht oder sich zusammen im Teamspeak, Mumble oder Discord mit Freunden aufhält, da man gemütlich im Flow Gegner für Gegner bezwingt, dennoch aber noch genug Zeit für anderes parallel hat.

Lob an das Entwicklerteam

Ein großes Lob möchten wir den Entwicklern noch aussprechen: Die anfänglichen Probleme mit der Videowiedergabe unter manchen Linux-Distributionen wurden schleunigst mit einem Patch behoben – so soll das sein. Ebenso gab es kurz nach Release eine Beschwerde eines Users bezüglich des Sammelns und Übertragens von Daten von Unity. Auch hier reagierten die Entwickler schnellstens und lösten das Problem.

Unser Fazit nach 3 Stunden

In unserer 3-stündigen Anspiel-Phase konnten wir bereits einen umfangreichen Einblick in Pressure Overdrive erhalten. Gefallen hat uns vor allem das flüssige Gameplay, die mächtigen Powerups und die tollen Upgrades unseres Buggys. Schaden finden wir nur die verspielte Chance mit der Handlung des Spieles. Vor allem da uns der Artstyle gut gefallen hat, hätte mehr Story dem Spiel sicher gut getan und das Spielgeschehen aufgelockert.

Wer Spaß für Zwischendurch sucht, wird mit dem Spiel auf jeden Fall bedient, wenn auch nur für ca. 5 Stunden, danach hat man alle Level durch, kann aber im Endlos-Modus weiterspielen. Dafür finden wir den Preis mit 12€ recht fair angesetzt, Micro Machines dürfte sich von dieser Preisgestaltung eine Scheibe abschneiden.

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Konstantin
Neben Games4Linux mache ich gerne Videos auf YouTube und interessiere mich für verschiedene Themen rund um Server, Netzwerke und IT-Security.

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