Nach 2,5 Jahren Entwicklung ist Planet Nomads am 25. Mai auf Steam und GOG im Early-Access erschienen. Wir konnten bereits ein wenig Zeit auf dem fremden Planeten verbringen und sagen euch, ob Planet Nomads das Zeug zum Hit haben könnte.

«Booooom!» macht es, als wir mit unserer schicken SciFi Raumkapsel umherfliegen. Wer wir sind? – Keine Ahnung. Eine Frage, die uns bei dem plötzlichen, „sanften“ Einschlag nicht weiter interessiert. „Das klang weniger nach einem gewöhnlichen Landungsversuch…“, denken wir uns. Wieder zu uns gekommen öffnen wir die Luke der Raumkapsel, wobei, wohl eher Rettungskapsel. Hier ist wohl etwas mächtig schief gelaufen. Der Flug stellt sich als Absturz heraus und wir finden uns in einer fremden Welt wieder. Und damit beginnt das Abenteuer von Planet Nomads …

… und das Tutorial.

In der farbenfrohen Welt sind wir jedoch nicht allein. Auf uns warten einheimische Tiere, welche nicht gerade gut auf uns zu sprechen sind. Nebenbei gesagt, wir sind ein menschlicher Reisender und wir haben neben einer ständig zu beachtenden Gesundheits-Leiste auch Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Energie, die es zu stillen gilt. Wer auf Überleben überhaupt keine Lust hat, der kann auch in den Creative-Modus wechseln, in diesem können wir dann ähnlich wie in Minecraft uns nur auf das Bauen konzentrieren.

Die Welten sehen übrigens für jeden Spieler unterschiedlich aus, da diese prozedural generiert werden. Auch unterschiedliche Biome sind möglich, wie etwa Schnee- oder Wüstenlandschaften. In unserem Test trafen wir allerdings nur auf das gemäßigte Biom. Die aktuellen Arbeiten der Entwickler können auf der Trello-Roadmap mitverfolgt werden. Hier dürfen dann auch Spieler Wünsche und Feedback äußern. Toll! – So soll Early-Access aussehen!

Die Grundmechanik setzt auf die bekannten Aktivitäten: Sammeln, Craften und Überleben. Durch das SciFi-Setting spielt sich jedoch vieles ein wenig anders als bei den Kontrahenten ARK, The Long Dark oder Minecraft. Viele Apparaturen werden so für Operationen wie die Nahrungsgewinnung oder der Herstellung von Objekten benötigt. Gesammelte Nahrung kann beispielsweise nicht einfach so verzehrt werden, sondern muss erst dekontaminiert werden. Die Maschinen, welche anfangs auch ein wenig kompliziert in der Handhabung sind, werden dank Tutorial ein wenig erklärt. Darüber hinaus hält sich das Spiel aber recht bedeckt und lässt uns selber herum probieren.

Die benötigten Ressourcen für Maschinen und Co. können wir, wer hätte es gedacht, in der Umgebung finden. Mal reicht ein einfaches Sammeln über einen Tastendruck, ein anderes Mal müssen wir mit unserem Multitool Gestein abbauen und Bäume abholzen. Unser Multitool ist eine Art Lasergun und unser treuer Begleiter auf der Reise. Es hilft uns beim Entfernen von unterschiedlichen Objekten oder beim Graben durch die Welt. Damit man sich nicht zutief eingraben kann gibt es übrigens noch ein Jetpack, mit welchem wir in der Umgebung umherfliegen können. Die beiden Tools benötigen jedoch Power, wodurch sie eine Abklingzeit besitzen. Immerhin kann unser Lasercutter durch eine Batterie kurzfristig mit Extra-Strom versorgt werden.

Waren wir bei unserer Suche erfolgreich können wir gesammelte Materialien wie Carbon, Eisen oder etwa Biomasse über einen 3D-Drucker in verschiedene Zwischenprodukte wie Chips, Holzrahmen, Glas oder Batterien weiterverarbeiten. Im Baumenü finden wir dann unterschiedliche Baupläne für z.B. Stromgeneratoren, Weiterverarbeitungsmaschinen sowie Böden und Wände aus denen wir unsere eigene Basis zusammenschustern können.

Gerade das Base-Building ist noch ein wenig hakelig, wodurch es manchmal etwas schwierig ist einzelne Bodenplatten genau anzuordnen, damit diese untereinander andocken und sich verbinden lassen. Spätestens beim Dach hat dann jeder so seine Probleme. Oft hilft es bei den Ecken zu beginnen, dann muss man auch nicht wieder von vorne anfangen wenn man etwas falsch angeordnet hat. Auch sind komplexe Bauten aufgrund eingeschränkter Block-Auswahl noch nicht möglich – Early Access halt. Wir konnten in unserer Basis so keine Zwischentür einbauen, da hierfür der Anschluss mit den Ecken nicht mehr gepasst hätte. Wir wünschen uns vor allem für die Zukunft viele neue Blöcke, damit den eigenen Ideen keine Grenzen mehr gesetzt sind.

Neben Basen können wir aber auch Fahrzeuge entwerfen. Ja, richtig gehört, man kann in Planet Nomads mit seinen Eigenkreationen über die Map düsen. Genial! Laut Entwickler soll das erste finale Ziel auch das Bauen eines Raumschiffes sein. Ob wir mit diesem auch zu anderen Planeten fliegen und auf diesen landen können, wissen wir noch nicht, ob alleine oder mit Mitstreitern wissen wir leider auch nicht. Es scheint so, als hätten die Entwickler ihr Statement im Blogpost zum Multiplayer verändert. Im April hieß es noch man würde mit der Entwicklung des Multiplayers bei EA-Start beginnen, nun heißt es, man benötige zuvor eine größere Spielerschaft, um das Team zu erweitern, damit man sich voll auf MP konzentrieren könne. Auch wenn das wenig erfreuliche News sind, so ist es dennoch verständlich. Außerdem bedeutet dies ja kein komplettes Aus für den Multiplayer.

Für die Zukunft

Einen Punkt haben wir euch bis jetzt noch komplett verschwiegen und zwar die Performance. Neben dem Wunsch noch viel mehr Blöcke für den Baumodus zu haben, ist uns vor allem die Performance des Spieles ein Dorn im Auge. Die Framerates fallen stellenweise leider ein wenig ein, wodurch das Spielen noch nicht immer angenehm ist. Selbst auf einem Windows-System mit einer Nvidia GTX 1080 im DirectX-Modus war die Leistung verbesserungswürdig. Da es sich um eine Early-Access-Version handelt, sind wir hierbei nicht so streng, dennoch sollten sich vor allem Leute, die mit dem Gedanken spielen das Spiel zu erwerben, sich dessen bewusst sein. Mit dem geplanten Update zu Unity 5.6, und damit der Verfügbarkeit des Vulkan-Renderers könnte sich die Performance aber womöglich verbessern.

Fazit nach unserer Anspiel-Phase

Nach ca. 4 Stunden konnten wir uns bereits ein wenig in unsere generierte Spielwelt einfinden und diese lieb gewinnen. Zwar hat Planet Nomads so seine Probleme, dennoch ist das Zukunftsszenario einfach cool, auch wenn man einfach nur mit dem Jetpack herumdüst. Auch die Maschinen sind toll, mit welchen beispielsweise eigene Pflanzen im Glascontainer angebaut werden können. Mich persönlich erinnert das Spiel ein wenig an Subnautica, welches zwar Unterwasser spielt, jedoch einige Parallelen bei den Maschinerien aufweist. Auch wenn die Gegner hier noch deutlich ausgereifter sind.

Die Entwickler haben sehr viele Ideen, wodurch man sich auf zukünftige Updates freuen darf. Ein wenig Angst haben wir nur, dass sich die Entwickler verzetteln oder zu viel versprechen, was nicht eingehalten werden kann, aber diese Angst besteht natürlich bei jedem Early-Access-Titel.

Nichtsdestotrotz ist es lobenswert, wie sich die Entwickler stets um Updates bemühen und die Community durch Devlogs in Videoform und ihrer Roadmap an der Entwicklung teilhaben lassen. Gerade wenn ein neues Update rauskommt freut man sich so und kann entspannt am nächsten Freitagabend in die Spielwelt eintauchen und die Neuerungen ausprobieren.

Der Einstieg in Planet Nomads ist anfangs vielleicht ein wenig kompliziert, es lohnt sich jedoch dran zu bleiben. Wer das tut, wird einige Stunden entspannt an seiner Basis oder seinem Raumschiff basteln, vielleicht aber auch hektisch nach Wasser suchen müssen. Klar, durch den verminderten Inhalt kann das Spiel nach ein paar Stunden schon langsam ein wenig langweilig werden, spätestens wenn man alle Blöcke mal platziert hat. Wer sich aber beim nächsten (größeren) Update wieder in die Welt traut, der wird wieder Spaß am Spiel finden und neues entdecken.

Um die Frage aus dem Subtitle zu beantworten: Ja, Planet Nomads ist für uns das bessere No Man’s Sky. Gefühlt kann man jetzt einfach schon mehr im Spiel machen, als in No Man’s Sky. Damit das Spiel aber auch die Chance zum Hit hat, braucht es mehr Inhalte, die evtl. auch schneller kommen wenn mehr zahlende Spieler mit an Bord sind. Ich persönlich werde die Entwicklung von Planet Nomads auf jeden Fall weiter verfolgen. Ich freue mich auf zukünftige Updates und ein hoffentlich umfangreiches Multiplayer Erlebnis auf diesem und weiteren Planeten.

Planet Nomads ist auf Steam für 28€ erhältlich, etwas günstiger zu haben ist es DRM-frei auf GOG. Gespielt werden darf auf den Plattformen Windows, MacOS und Linux. Wir können eine Empfehlung definitiv aussprechen, sofern man natürlich kein Problem mit Early-Access hat.

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Konstantin
Neben Games4Linux mache ich gerne Videos auf YouTube und interessiere mich für verschiedene Themen rund um Server, Netzwerke und IT-Security.

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