Linux-Server sind die beste Alternative zu Windows. Im Bereich Web-Server hat Linux einen Marktanteil von 70%. Bei den Firmen-Internen Servern liegt der Anteil von Linux zwar unter 40%, doch wird Linux auch dort gerne genutzt wo Microsoft’s Server schwächeln: Bei der Performance-Skalierbarkeit.

Beispiele zur Nutzung eines eigenen Servers

In erster Linie ist ein Linux-WebServer prädestiniert für beinahe unendlich viele Webseiten. Jedoch möchte ich dir weitere Anwendungsbeispiele aufzeigen, die da wären:

  • GameServer, z.B. mehrere Minecraft-Server und vieles mehr
  • TeamSpeak 3, bis 512 Slots mit der Non-Profit-Lizenz
  • Owncloud/Nextcloud, eine eigene Dropbox für die ganze Familie
  • Download-Server für Freunde

Die Game- und Teamspeak-Server sind nur bei wenig Slots noch relativ günstig. Sobald du etwas mehr haben willst, wird es teuer. Was kostet ein 512-Slot Teamspeak? Beim günstigen Anbieter 4Players kosten 500 Slots ohne Filetransfer 19, mit Datenaustausch 25€. Die Verschlüsselung der Gespräche ist hier noch nicht dabei.

Und Minecraft? Ein Minecraft-Server kostet in der 32-Slot Standardausführung satte 42 Euro/Monat. Erweitern wir die Bestellung auf 64 Slots inkl. läppischen 4GB Speichererweiterung und entfernen das Branding, landen wir bei 92€/Monat!

Mit dem Geld kannst du dir einen dedizierten Server mit 8 Cores, über 64GB RAM und 4TB HDD im RAID holen. Dort drauf lässt sich dann oben erwähnter 64-Slot Minecraft-Server gleich 10x installieren, daneben noch viele 512-Slot Teamspeak-Server und hunderte Webseiten.

Einfacher Start mit Buch & Debian

Ist ein Server nur für Profis?

Na, vielleicht war der Ressourcenvergleich im vorherigen Abschnitt etwas hart, aber er entspricht doch der Wahrheit. Um selbst einen Server für die eigenen Projekte betreuen zu können, muss du sprichwörtlich hinter die Bücher.

Die Büchervielfalt zu Linux & Servern ist sehr gross. Ich kann dir eines dieser Bücher wärmstens empfehlen, es heißt Linux-Server mit Debian 6 GNU/Linux von Eric Amberg. Kostet bei Amazon 50 Euro. Ich verspreche dir, dieses Geld ist insbesondere für totale Anfänger

Debian Linux Server Buch, Eric Amberg
Debian ist stabil & gut. Sehr beliebt für Web-Server.

gut investiert. Der Anfang des Buches ist spannend geschrieben und beschränkt sich auf das Wesentliche für Linux-Newcommer. Nach dem Einstieg lernst du Step-by-Step wie man eine eigene Webseite mit Apache, PHP + MySQL (LAMP) ans Laufen bekommt. Dabei erhalten viele nützliche Aspekte einige Buchseiten, wie z.B. die Steuerung von MySQL mit PhpMyAdmin. Ich habe seither nie wieder ein so praktisches Buch in die Hände bekommen.

Auch liebe ich dieses Buch so sehr, weil Eric Amberg immer den Sicherheitsaspekt betrachtet und Anfänger darauf sensibilisiert, nie etwas Dummes auf dem Server einzurichten. Beispielsweise empfiehlt er eindrücklich, einen FTP-Server eben nicht zu installieren, weil das Protokoll wirklich unsicher und veraltet ist. Es gibt Alternativen.

Tipp: Linux-Freaks sind böse Kids – lass dich nicht einschüchtern!

Hast du dich auch schon einmal gefragt, warum ganz besonders die Linux-Freaks so sind, wie sie sind? Ich möchte es dir sagen, aber ich weiß es selber nicht :-).

Dazu eine kleine Geschichte: Als ich mir als kleiner Junge selbstständig Linux beibringen wollte, hatte ich doch tatsächlich die unverschämte Idee in einem Linux-Forum nach Tipps für meinen ersten Server zu fragen. Innert Sekunden sind die selbsternannten Linux-Profis ins Forum gerannt und haben mir auf den Deckel gehauen. Was ich mir vorstellen würde „einen Server zu besitzen wenn man keine Ahnung von Linux hat!“ hieß es. Ich würde „ja auch keinen Ferrari kaufen wenn man nicht Autofahren kann„, war die grundlegende Meinung.

Der Linu Nerd mit Brille
Der klassische Nerd ist bald ausgestorben. *puh*

So. Aber wisst Ihr was? Bei genügend Kleingeld würde ich den Ferrari sofort kaufen! Einfach, weil es geil ist! Ich denke, dasselbe trifft bei Linux-Servern zu. Es ist sehr wichtig, lernen zu wollen worauf man sich einlässt, wo das Gaspedal ist und wie man sicher lenkt. Verstehen zu wollen, wie der neue Linux-Server bestmöglich abgesichert wird. Dann gibt es auch keinen Unfall. Und um beim Vergleich zu bleiben: Auch ein abgeschlossener Ferrari kann gestohlen werden.

Tipp: Günstige Server

Absoluter Hammer für Einsteiger sind die Billig-Angebote von OVH auf kimsufi.com/de. Mehrmals die Woche gibt es dort einen 5-Euro/Monat Server zu ergattern. Angebote speziell für hochperformante Gameserver gibt es ab 24/Monat. Die preislich beinahe unschlagbaren Allround-Server sind ab 36/Monat zu haben, i.d.R. schwanken die Preise zwischen 40-60 Euro/Monat.

Das ist dann etwa derselbe Preis wie beim beliebten deutschen Hoster Hetzner Deutschland.
Die Konkurrenz Server4You ist auch günstig, hat aber erstaunlicherweise über viele Monate es verpasst, das neuste Debian 7 anzubieten. Ob es heute – nach 1 Jahr – endlich möglich ist zu installieren?

Nun aber hilf du unseren Lesern: Welchen Server-Anbieter kannst du empfehlen, und warum?

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elysium

Elysium spielt seit 2012 unter Linux, aktuell mit Linux Mint 18. Beruflich bin ich im Bereich Middleware auf Linux-Server unterwegs. Für diverse Adobe Applikationen bleibt mein Dualboot Linux/Windows bestehen. Und in seltenen Fällen für DirectX only Games..

5 KOMMENTARE

  1. Hallo 🙂

    Toller Artikel,

    ganz klar kann ich Profihost empfehlen! Ich selbst habe schon ettliche Hoster durch, Hetzner war bei mir mehr offline als online, wie man in ettlichen Foren liest haben die ihre Qualität wohl wirklich verschlechtert… Ich war bei allen möglichen „billig“ Hostern als auch bei Teuren, doch KEINER war in allen Punkten bisher so gut wie Profihost es war.

    Support meist innerhalb der nächsten 5 minuten

    Die helfen auch bei sachen die sie nicht müssen ( bei mir war es mal eine scriptänderung )

    war bei mir noch nie offline

    sehr freundliche leute

    Linux wird angeboten 🙂

    Also, ab zu http://www.profihost.de

    • habe seit jahren einen vserver bei hetzner und dieser fühlt sich an wie ein dedicated server und hat auch keinerlei probleme mit downtimes. kann hetzner nur empfehlen.

  2. Profihost.de finde ich ist sehr teuer!
    4-Cores (8HT), 32GB Ram, 4TB Speicher (bei Profihost nur max 500GB), 20TB Traffic, 1GBit Datenleitung.
    Bei Profihost bezahlt man ungefähr dafür 200€/Monat.
    Bei Hetzner ungefähr 50€/Monat.

    Bei Profihost kostet es also das 4-fache.
    Sry, aber das ist schon ein Unterschied.
    Den Support bei Hetzner fand ich wiederum 1a!

    Was bedeutet eigentlich dieses 100%-1000% Geschwindigkeit des Speicherplatzes bei Profihost?

    • Im Prinzip ist das nur „Angeberei“ mit hohen Zahlen 🙂
      Diese Root Server sind doch sicherlich alle virtuell. SATA wird die langsamste Storage-Anbindung sein (= 100%), danach kommt Fibre Channel für Flash/SSD Speicher. Das wird dann wohl die 1000% sein, da SSD bis zu 10x schneller ist als SATA.

      Selbst SATA auf VMs muss per se überhaupt nicht schlecht sein, je nach Anwendungsbereich. Ich bin jedenfalls ein Fan der VMs auf ESX bei uns auf Arbeit, aber dort bekomme ich fast 1:1 die CPU Power die ich pro VM vergebe. Bei Hostern hat man zumeist ein „Overbooking“, man weiß nie genau wie viel Power man tatsächlich bekommt.

  3. Ich kann ganz klar contabo empfehlen. Hab da einen vServer mit 2cores und 6GB RAM für 7,99€/Monat.
    Sehr flexibel lassen sich dort die Tarife hoch und runter stufen.

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