Ohne Programmier-Vorkenntnisse Python lernen, und dabei gleichzeitig ausgereifte Minecraft-Plugins erstellen, mit denen man die tollsten Sachen machen kann. Dies verspricht das neue Buch des Autors Daniel Braun. Kann es das wirklich leisten ?

Das vom schwedischen Spieleentwickler Markus „Notch“ Persson entwickelte Massenphänomen «Minecraft» erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Sei es nun im Privaten, oder sogar im schulischen Umfeld. Wer schon immer mal etwas mehr hinter die Kulissen des Spiels schauen wollte, und vielleicht sogar das Programmieren erlernen möchte, kann dies nun mit dem Buch «Let‘s Play Minecraft – Plugins entwickeln mit Python» tun. Laut Autor Daniel Braun soll man auch ohne Vorkenntnisse auf diesem Wege das Programmieren lernen können. Ob das so klappt, haben wir uns für diese Rezension einmal angeschaut.

Auf Knopfdruck Türme bauen oder ganze Häuser entstehen lassen, eigene Waffen mit speziellen Eigenschaften erstellen, Minispiele mit eigener Highscore entwickeln. All das und mehr verspricht das Buch «Let‘s Play Minecraft – Plugins entwickeln mit Phyton» den geneigten Lesern. Mehr noch – es soll damit gleichzeitig, ganz ohne Vorkenntnisse möglich sein, die Programmiersprache Python zu erlernen.

Erschienen ist das 295 Seiten starke, von Daniel Braun geschriebene, Werk im mitp Verlag. Der Autor hat bereits einige weitere auf Minecraft bezogene Bücher geschrieben und kennt sich somit sehr gut in der Klötzchenwelt aus. Aktuell ist das Buch für 21,99€ zu bekommen.

Der Inhalt

Das Buch ist in 16 Kapitel unterteilt und hat zwei Anhänge mit Befehlsreferenz und einer Minecraft-Materialien-Liste.

Kapitel 1 behandelt zuerst die Einrichtung eines speziellen Minecraft-Servers, welcher gebraucht wird, um die Erweiterungen für das Spielcoding überhaupt zum Laufen zu bekommen. Hier wird erklärt wie man Bukkit/Spigot als Minecraft-Server installiert. Im Gegensatz zum offiziellen Server ist der Spigot-Server auf Ressourcenschonung ausgelegt und auch leichter durch eigene und fremde Plugins erweiterbar.

1. Auflage 2016
296 Seiten, Softcover
komplett in Farbe

Der Anfang des zweiten Kapitels kann von Linuxnutzern schon fast ignoriert werden. Es wird hier auf die Installation von Python eingegangen, welches bei den meisten Distributionen schon vorinstalliert sein dürfte. Interessant wird es ab Punkt 2.3, wenn darauf eingegangen wird, was man noch braucht um eigene Plugins lauffähig zu machen. Weiterhin bekommt man schon ein paar Besonderheiten von Python näher gebracht, und es werden ein paar Programmierumgebungen erwähnt. Während dieser Rezension kam hierfür das wirklich empfehlenswerte pyCharm zum Einsatz. Wer es simpel mag, kann aber auch einfach mit einem ganz normalen Texteditor seinen Code schreiben.

Ab Kapitel 3 wird es nun wirklich interessant. Hier wird das erste eigene Minecraft Plugin geschrieben und eingerichtet.

Im Laufe der weiteren Kapitel taucht der Leser immer weiter hinein in verschiedene Programmiergrundlagen und lernt anhand von Minecraft-Beispielen alles Nötige um seine ersten Schritte im Programmieren von Python zu wagen.

Ab Kapitel 13 wird es dann interessant, denn das Erlernte kommt nun komplett zum Einsatz und es werden etwas größere Plugins entwickelt. Dies beginnt mit Crafting-Rezepten wie einem Feuerschwert und geht in Kapitel 15 soweit, dass eigene Minispiele entwickelt werden.Wer es bis hier geschafft hat, bekommt sicher schon eigene Ideen für Erweiterungen der bisher geschriebenen Plugins, oder gar für gänzlich neue Erweiterungen.

Das abschließende sechzehnte Kapitel geht noch einmal kurz abseits des Minecraftthemas auf das Programmieren von eigenständigen Python-Programmen ein.

Fazit

Wer sich für das Erlernen einer Programmiersprache und das Spiel Minecraft interessiert, dem sei das Buch «Let‘s Play Minecraft – Plugins entwickeln mit Python» wärmstens ans Herz gelegt. Man wird langsam und stetig anhand von Beispielen aus dem Spiel in alle grundlegenden Programmierkenntnisse eingeführt, und hat anhand von etwas größeren Erweiterungen am Ende des Buches die Möglichkeit das Erlernte noch etwas zu festigen. Durch die Nutzung von Python als Sprache und dem Spigot-Server ist es auch für Linux-Nutzer ein absolut interessantes Buch. Programmieren lernen ohne Vorkenntnisse sollte hier möglich sein. Wer also gerne einmal mit Minecraft herumspielen möchte, dem sei das Buch empfohlen.

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Arndt

Meine ersten Linuxerfahrungen konnte ich vor Jahren mit einer alten Suse Linux Edition machen. Seit Anfang 2014 bin ich nun privat komplett zu Linux umgestiegen und habe es seitdem nicht bereut.
Beruflich bin ich als Entwickler im SAP-Umfeld unterwegs und habe dort teilweise auch mit Linux-Servern zu tun.

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