Pyramiden, Gegnerhorden und ein glühendes Schießeisen. Mehr Wörter braucht es nicht um Immortal Redneck zu beschreiben. Aber ob das Herumgeballere auch Spaß macht, das braucht ein paar Wörter mehr und wird in diesem Artikel geklärt.

Die Tür geht auf und wir steigen aus einen Sarg? – Ganz recht, in Immortal Redneck beginnt unsere Reise mit einer geöffneten Sargtür und einem mumifizierten Redneck. Wie wir da gelandet sind, keine Ahnung. Aber vielleicht finden wir ja ein paar Informationen im Inneren einer dieser Pyramiden…

Gleich vorweg: Wir haben in unserer Anspiel-Phase nicht viel mehr Details zur Handlung bekommen. Das macht aber nichts, denn das hier ist kein Storyspiel! In Immortal Redneck geht es viel mehr darum den Bewohnern der Pyramiden einen freundlichen Besuch abzustatten. So freundlich, dass wir sogar noch kostenlose Prä­sente in Form von gefüllten Patronenhülsen und Feuerwerk dalassen. Zur Verfügung stehen uns über 50 Waffen mit denen den Gegnern eingeheizt werden darf. Von Maschinenpistole bis Kartoffelwerfer aka Raketenwerfer ist alles dabei, was das Herz begehrt. Dabei haben wir immer ein Ziel im Kopf: Die Spitze der Pyramide erreichen.

Der Weg nach oben ist jedoch schwieriger als vermutet. Über 35 Gegnertypen wie etwa Mumien, Särge, fliegende Schädel oder menschliche Schlangen versperren uns den Weg und je näher wir an unser Ziel herankommen, desto stärker werden die Gegner. Zu allem Überfluss treffen wir pro Pyramide außerdem noch auf 2 Bosse.

Klingt unfair? Das ist es anfangs auch, mit der Zeit werden wir jedoch stärker und können unsere Fähigkeiten verbessern. In den Kämpfen finden wir bessere Waffen oder Schriftrollen. Außerdem gibt es einen riesigen Skilltree, welcher übrigens ein echt wachsender Baum außerhalb der Pyramide, mitten in der Wüste ist. Er bietet schier unendlich viele Möglichkeiten zur Verbesserung.

Um den Baum aber überhaupt wachsen zu lassen benötigen wir, wer hätte es gedacht, Gold als Währung. Dieses können wir durch Siege über Gegner erhalten und mit dem Ableben in der Pyramide ausgeben. Neben Gold lassen die Feinde auch Munition und Nahrung fallen. Letzteres ist sehr wichtig, da Immortal Redneck auf Permadeath setzt. Umso schlimmer ist es, wenn die Gegner mal keine Nahrung fallen lassen wollen, der Gesundheitsbalken sich aber schon gefühlt im negativen Bereich befindet. Dagegen finden wir scheinbar immer genug Essen, wenn wir praktisch volles Leben haben. Schlechte Balance oder gewollter Frustfaktor?

Waffen geladen und los geht’s!

Haben wir uns für die richtigen Verbesserungen entschieden, dürfen wir gegen eine „kleine“ Bezahlung die Pyramide betreten. Entweder mit Redneck oder einem von 8 Göttern, welche alle unterschiedliche Waffen, Fähigkeiten und Attribute besitzen. Unsere Fähigkeiten vom Skilltree gelten selbstverständlich für alle Charaktere.

In den Pyramiden müssen wir uns zu Beginn erst mal einen Überblick verschaffen. Die Räume einer Pyramide bleiben zwar stets gleich, werden aber jedes Mal neu angeordnet. Das ist unserer Ansicht nach der beste Ansatz, da so jeder Run spannend bleibt, wobei erfahrene Spieler dennoch einen Vorteil durch ihre Map-Kenntnisse haben.

In den Zimmern warten stets unterschiedliche Herausforderungen auf uns. Meist sollen wir alle Feinde eliminieren, jedoch gibt es auch Missionen in denen wir einen Ort (in einer bestimmten Zeit) erreichen müssen. Dabei sind häufig Jump ’n’ Run-Passagen mit von der Partie. So müssen wir beispielsweise Stachelfallen oder Lavaseen ausweichen, um an Gegner oder Objekte gelangen zu können.

Geniales Movement

Das Movement spielt dabei eine große Rolle, wo anfangs noch blind herum geballert werden darf, ist es später zwingend notwendig gekonnt auszuweichen. Dank der großen Sprungkraft unserer Spielfigur lässt sich mit links über weite Entfernungen springen. Ebenfalls sind wir recht schnell im Spiel unterwegs, wodurch wir fast schon über die Map gleiten können. Dabei fühlen sich die Bewegungen flüssig und direkt an. Lediglich bei den Sprüngen ist es wichtig nicht zu viel nach zu korrigieren, was anfangs ein wenig stören kann.

Schöne Waffe-Balance

Bewegung schön und gut, aber wie sieht es mit den Waffen aus? Die Waffen spielen sich sehr verschieden, bedeutet: unterschiedliche Rückstöße, Fähigkeiten, Feuerrate, Präzision und Munitionsgröße. Und ja, man spürt diese Unterschiede auch. Was uns auch gefällt: Es gibt keine zu starke „Überwaffe“. Jedes Gewehr und jede Pistole hat seine Schwächen und ist für die ein oder andere Situation besser oder schlechter geeignet. Gerade bei Rogue-Lite Titeln finden wir diese Balance besonders wichtig, da ansonsten Abschnitte zu einfach werden könnten, wenn eine zu starke Waffe gefunden bzw. freigeschaltet wurde.

Schießen mit Platzpatronen?

Einen Kritikpunkt bei den Waffen haben wir dann aber schon. Das Gefühl mit Rückstoß und Co. mag zwar gut sein, dennoch fühlen sich die Waffen für unseren Geschmack manchmal zu schwach an. Es ist verständlich, dass dies die einzige Möglichkeit bei den eher kleineren Räumen ist, um nicht den Raum mit zu vielen Gegnern voll zu stopfen. Trotzdem haben wir stellenweise das Gefühl, es handelt sich bei manchen Gegnern um Bullet Sponges, also Gegner, die viel zu viel einstecken. Für die Balance ist dies sicherlich richtig, aber dafür geht das Gefühl von Stärke verloren.

Fazit

Immortal Redneck ist ein schöner Shooter im Rogue-Lite-Stil. Dank der guten Waffen-Balance und dem flüssigen Movement gleiten wir fast schon über die Räume und ballern uns so beschwingt den Weg nach oben. Die Herausforderung bleibt durch Nahrungs- und Munitionsmangel jedoch weiterhin erhalten. Natürlich ist Immortal Redneck kein einfaches Spiel, es bleibt dennoch machbar. Gestört beim Testen haben uns lediglich das teils zu schwache Gefühl der Waffen. Viele Gegner benötigen unserer Ansicht zu viele Schläge.

Wir finden Immortal Redneck ist vor allem für Shooter Freunde geeignet, welche sich nicht von Rogue-Lite-Elementen abschrecken lassen. Wer mit Rogue-Lite ein Problem hat, der wird auch hier aufgrund des Permadeaths keinen Spaß haben. Man muss sich einfach drauf einlassen. Wer das kann, der wird sich auch für mehrere Durchgänge aufraffen können. Ansonsten sollten sich auch Streamer auf Twitch das Spiel einmal ansehen, so gibt es einen extra Spielmodus, bei der die Community interagieren kann.

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Konstantin

Neben Games4Linux mache ich gerne Videos auf YouTube und interessiere mich für verschiedene Themen rund um Server, Netzwerke und IT-Security.

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