Bagger, Kran und Bulldozer – wer seinen Drang nach gigantischen Vehikeln endlich stillen möchte, kann dies mit dem Simulator Giant Machines 2017. Doch wie bei allen Simulatoren fragen wir uns natürlich: Kann man gefahrlos zugreifen?

Seien wir mal ehrlich, es gibt unzählige Simulatoren zu unterschiedlichen Thematiken. Von Zug-Simulationen über Landwirtschaft-Simulationen bis hin zu Flugsimulatoren. Hab ich was vergessen? – Ja! Den Giant-Machines-Simulator? Lasst uns also klären was es damit auf sich hat.

Zündschlüssel rein und los geht’s

Giant Machines wirft uns ohne lang zu reden gleich ins Geschehen mit unserer ersten zu erledigenden Aufgabe. Über unser Funkgerät bekommen wir den Auftrag Silizium für das Space Shuttle zu gewinnen. Auch wenn dieser Start ins Spiel etwas plump wirkt, finden wir den Einstieg für einen Simulator dennoch in Ordnung. Bereits im Funkspruch finden wir jedoch grammatikalische Fehler in der deutschen Übersetzung vor. Der Blick ins Einstellungsmenü ist hingegen schon fast wieder lustig, so lautet die höchste Grafikeinstellung „Brauch“ und der Menüpunkt „Audio bzw. Sound“ wurde zu „Klingen“ übersetzt. Wer nicht zwingend die deutsche Textausgabe benötigt, dem empfehlen wir unbedingt auf Englisch umzustellen. Die benötigte Einstellung befindet sich unter Eigenschaften im Reiter Sprache. Das Menü kann mit einem Rechtsklick auf das Spiel in der Steam-Bibliothek geöffnet werden.

Zurück zum Gameplay: Im Spiel dürfen wir dann unterschiedliche Fahrzeuge bedienen, darunter auch die 7 Giants. Mit diesen gilt es Gestein abzubauen, Hindernisse zu entfernen oder Dinge zu transportieren. Dabei gibt es pro Reihe an Missionen meist eine Hauptaufgabe wie z.B. „Baue das Uran ab“, worauf dann weitere Missionen wie etwa „Transportiere das Uran ab“ folgen. Die Gestaltung der Missionen im Spiel ist meist sehr einfach und ohne großartige Inszenierung gestrickt, was uns jedoch nicht weiter störte. Wir sind so halt das Mädchen bzw. der Mann für alles, und sind so auch für jede unterschiedliche Tätigkeit unserer Firma verantwortlich. Die einzelnen Maschinen fühlen sich so meist sehr gut an, wir bekommen als auch ein Gefühl für die Größe und Masse. Die Vehikel werden meist mit den Standardtasten WASD und Co. gesteuert (Fahren), ein Druck auf Tab-Taste bringt uns dann in den Operatormode. Von dort aus können wir dann die jeweilige Spezialeigenschaft unserer Fahrzeuges steuern. Bei einem Bagger also die Position der Schaufel. Rechte an den Maschinen wurden sich übrigens nicht gesichert, so begrüßt uns die Schrift unseres Muldenkippers mit beispielsweise Lehbeer statt Liebherr. Auch das war für uns beim Testen kein Problem.

Teils merkwürdige Aufgaben

Allerdings störten uns die teils merkwürdigen Aufgaben ein wenig, wie z.B.: „Weiche den Tornados mit dem Muldenkipper aus“. Dadurch geht vor allem die gewollte Realität, sowie die Ernsthaftigkeit des Simulators verloren. Ein weiteres Beispiel ist eine Mission bei der ein Space Shuttle ausgeglichen und über eine Rampe befördert werden musste. Die Mission ist einfach nur unfair und macht leider keinen Spaß. So fällt das Space Shuttle viel zu häufig bei minimaler Bewegung von unserer Plattform. Konnten die Ingenieure das Shuttle nicht einfach besser befestigen? Loben kann man hingegen die Grafik des Spieles. Trotz karger und ein wenig unspektakulärer Umgebung sieht der Giant Machines Simulator dennoch hübsch aus, was sich aber auch in den hohen Systemanforderungen widerspiegelt. Es wird mindestens eine Nvidia GTX 560 benötigt, empfohlen wird sogar eine Nvidia GTX 970. Selbst mit einer Nvidia GTX 1080 unter Windows, hatten wir keine konstanten 60 FPS. Zuletzt möchten wir noch anmerken, dass bei manchen Missionen das Partikelsystem versagte, wodurch beispielsweise der Ressourcen-Abbau nicht richtig gemessen wurde, was uns am Fortführen der Aufgabe hinderte bzw. den Fortschritt stark verlangsamte. Laut Entwickler sei das für Optimierungszwecke gewollt, dennoch störte es uns leider beispielsweise beim Uran-Abbau. Abhilfe schafft nur das vorsichtige Abbauen von wenig Gestein, andernfalls lösen sich die Gesteinsbrocken in Luft auf.

Fazit

Der Simulator Giant Machines 2017 ist für ca. 20€ auf Steam für Windows, MacOS und Linux erhältlich. Kein geringer Preis, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Spiel einige Mängel aufweist. Kann man also gefahrlos zugreifen? Für Simulator-Fans ist das Spiel eine Überlegung wert, jedoch kann ich empfehlen bei einem Sale zuzugreifen, da 20€ recht happig sind. Gestört haben uns vor allem die teils merkwürdigen Missionen und das in unseren Augen fehlerhafte Partikelsystem.

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