Unser Hardware-Test behandelt die Roccat Kova 2016. Interessant: Es gibt auch unter Linux ein Tool zur Steuerung aller Sondertasten. Ist die Maus also eine Überlegung Wert für den Linux Gamer?

Spezielle Gaming-Hardware wie Tastaturen und Mäuse gibt es reichlich. In Sachen Linux-Kompatibilität sieht es in diesem Bereich leider relativ schlecht aus.

Der Grund: Die Hersteller verweigern sich nach wie vor dem alternativen Betriebssystem. Auch die zunehmende Zahl Linux kompatibler Spiele änderte daran bislang noch nichts. Eine Ausnahme sollen die Produkte aus dem Hause Roccat darstellen. Ich habe mir nun eine aktuelle Gamingmaus aus dem Roccat Sortiment zugelegt und unter Linux getestet: Das Modell Kova 2016 in der Amazon-Edition.

Gerätedetails: Roccat Kova 2016

Die Roccat Kova 2016 ist eine kabelgebundene USB 2.0 10-Tasten-Maus die mit einem optischen Sensor ausgerüstet ist. Die Maus hat eine symmetrische Form sowie Tastenanordnung und kann somit von Links- und Rechtshändern gleichermaßen benutzt werden.

Der optische Sensor sorgt in Zusammenarbeit mit einem in der Maus verbauten Prozessor für eine Abtastauflösung von bis zu 7000 dpi. Die  Auflösung der Abtaster lässt sich in fünf Stufen zwischen 400 und 7000 dpi einstellen.

Sämtliche Tasten der Kova 2016 können mit verschiedenen Funktionen wie z.B. Tastaturkürzeln und Makros belegt werden. Da die Maus über eine Umschaltfunktion (Easyshift) verfügt, kann jede Taste mit zwei Funktionen belegt werden.

Darüber hinaus verfügt die Kova über zwei Beleuchtungssysteme. Eines für das Mausrad und eines für die Rückseite. Beide können mit verschiedenen Farben beleuchtet werden. Die Beleuchtung kann dabei statisch oder in zwei verschiedenen Blinkmodi erfolgen. Auch ein Ausschalten der Beleuchtung ist möglich.

Linux-Kompatibilität

Roccat selbst bietet keinen offiziellen Linuxsupport für seine Produkte an. Das sollte man beim Kauf eines Gerätes im Hinterkopf behalten. Bei Problemen besteht beim Einsatz in Verbindung mit Linux keinerlei Anspruch auf Unterstützung seitens des Herstellers. Allerdings versorgt der Hersteller die Entwickler der Roccat-Tools für Linux mit Testgeräten.

Auf roccat.sourceforge.net kann anhand einer Tabelle festgestellt werden, welche Roccat Hardware unter Linux funktioniert.

Installation

In der Testumgebung kommt als Distribution Kubuntu 16.04 zum Einsatz, bei der Benutzung einer anderen Linux Distribution abseits Ubuntu kann der Installationsprozess unter Umständen anders ablaufen und vor allem auch aufwendiger ausfallen, wenn die Distribution keine PPA-Repositories unterstützt.

Eine Installation der Kova 2016 an sich ist nicht notwendig. Es genügt die Maus an den USB Anschluss anzuschließen. Aktuelle Kernel enthalten bereits den benötigten Treiber für die Grundfunktionen.

Für den Zugriff auf die erweiterten Funktionen der Maus werden die Roccat-Tools benötigt. Unter Ubuntu gibt es praktischerweise ein PPA, das die Roccat-Tools bereitstellt. Wie das PPA zur Paketverwaltung hinzugefügt und die Roccat-Tools installiert werden, ist auf der Webseite des Projektes bzw. auf der Webseite des PPA erklärt.

Die Maus im Praxistest

Die Roccat Kova 2016 macht optisch schon einiges her und auch die Haptik der Maus ist gelungen. Das Gerät liegt gut in der Hand ist weder zu schwer noch zu leicht und macht einen solide verarbeiteten Eindruck. Für mich als Rechtshänder sind die Sondertasten auf der linken Seite sehr gut erreichbar.

Auf der rechten Seite sieht es leider weniger gut aus: Die beiden seitlichen Tasten sind mit dem Ringfinger und dem kleinen Finger nicht so präzise und sicher bedienbar. Diese Tatsache liegt allerdings in der Natur des völlig symmetrischen Aufbaus der Maus. Somit bleiben in hektischen Spielen (MOBA/FPS) in der Praxis am Ende „nur“ acht Tasten, die sich entsprechend schnell und sicher bedienen lassen.

Der Druckpunkt der Tasten ist für mein Empfinden sehr angenehm und das Mausrad bietet einen deutlichen aber nicht zu starken Widerstand.

Der optische Sensor arbeitet in Verbindung mit einem wertigen Mauspad ausgesprochen präzise. Selbst die kleinsten Bewegungen werden in der höchsten Auflösungsstufe von 7000 dpi unmittelbar auf den Cursor übertragen. Sehr gelungen ist hier die Möglichkeit, über die Taste hinter dem Mausrad die Auflösung schnell anpassen zu können. Was etwa in einem Shootergame an Präzision hilfreich ist, kann bei einem Strategiespiel oder beim Arbeiten auf dem Desktop schon an den Nerven zerren.

Die Beleuchtung der Maus ist für meinen Geschmack nichts was ich wirkliche brauche, aber eine nette Spielerei. Wen die Beleuchtung stört der kann sie über Roccat-Tools auch komplett deaktivieren.

Die Roccat-Tools im Detail

Die Roccat-Tools machen ihrem Namen aller Ehre, denn es steht für jedes unterstützte Roccat Gerät ein eigenes Konfigurationstool bereit.

Optisch ist das Roccat-Tool für die Kova 2016 aktuell sehr schlicht gehalten. Leider vermisst man zu Anfang auch etwas den Benutzerkomfort. So war mir zunächst nicht bei allen Tastenbezeichnungen (z.B. «links zurück») klar, welche der Maustasten gemeint ist. Eine Grafik der Maus mit den entsprechenden Tastenbezeichnungen, oder eine optische Hervorhebung des entsprechenden Konfigurationsfeldes bei Betätigung einer Taste, könnte hier eine Verbesserung darstellen.

Was an Optik und Benutzerkomfort fehlt machen die Tools allerdings in den Bereichen Funktionsumfang und Stabilität wieder wett. Ich hätte nicht gedacht, das es ein so umfassend konfigurierbares Spielesteuerungsgerät für Linux gibt.

In fünf benennbaren Profilen können sämtliche Tasten mit Tastaturkürzeln oder Makros bestückt werden. Sogar die Beleuchtung lässt sich in vollem Umfang konfigurieren.

Fazit

Wer eine Gamingmaus mit Linux-Kompatibiltät sucht, der ist mit der Roccat Kova 2016 sicherlich gut bedient. Einen kleinen Punktabzug gibt es für die weniger gute Bedienbarkeit der Sondertasten auf der rechten Mausseite sowie die etwas unkomfortable Konfigurationssoftware. Auch die anderen Produkte aus dem Hause Roccat könnten sich für Linux Gamer als interessant erweisen.

Review Übersicht
Optik und Haptik
Performance
Linux-Kompatibilität
QUELLERoccat Website
TEILEN

3 KOMMENTARE

  1. Super Bericht! Sollte mein Nager den Geist aufgeben, weiß ich jetzt, wo ich ansetzen muss.
    Aus meinem persönlichen Umfeld kann ich auch nur positives über die Mäuse von Roccat sagen. Die Linux-Tools sind natürlich auch eine super Sache. Respekt an die Entwickler!

HINTERLASSE EINE ANTWORT