8oo Jahre bekämpfen sich die Menschen im Bürgerkrieg. Dann verbündet sich die Waffen-KI gegen ihre Schöpfer! Sie ist das Herz von AI War und gehört zum Besten was das Genre zu bieten hat. Mit AI War 2 soll sie eine neue Engine erhalten.

Indie Entwickler haben es nicht leicht. Der Spielemarkt ist übersättigt, und die öffentliche Wahrnehmung beschränkt sich auf einen relativ kleinen Teil aller Titel. Auch die Goldgräberstimmung beim Crowdfunding ist vorbei. Aus diesem Grund benötigte auch Arcen Games eine zweite Kickstarter Kampagne zur Finanzierung des Nachfolgers von AI War, einer im Weltraum angesiedelten Mischung aus Grand Strategy / Echtzeitstrategie und Tower Defense, die vor allem durch innere Werte überzeugt.

Deutlich vom Umfang und vom Finanzierungsziel zurechtgestutzt, setzt man nun darauf den ursprünglich anvisierten Zielen über erreichte Stretchgoals wieder näher zu kommen – mit Erfolg! Das Finanzierungsziel wurde bereits nach 22 Stunden überschritten, und nun wurde auch schon das erste Stretchgoal erreicht.

Was genau ist AI War (2) für ein Spiel?

In AI War spielen wir eine von bis zu acht verbündeten, menschlichen Fraktionen. Wir besitzen ein Sternensystem, eine orbitale Kommandostation, welche nicht zerstört werden darf, sowie ein paar Schiffe. Wie in Echtzeitstrategiespielen üblich sammeln wir Ressourcen wie Metall und Energie und können in jedem Sternensystem eine feste Summe an Wissen gewinnen. Wir bauen weitere Stationen, Werften, Schiffe, Extraktoren, Massekonverter, usw. Das gewonnene Wissen nutzen wir um verbesserte Versionen unserer Bauoptionen zu erhalten. Im Verlauf des Spieles können wir tausende Schiffe gleichzeitig besitzen.

Von jeder Sorte und Ausbaustufe gibt es eine Obergrenze. Über sich fest im System befindliche Wurmlöcher erreichen wir weitere Sternensysteme, die wir erkunden, und ggf. in Besitz nehmen können. Dabei laufen wir zwangsläufig den feindlichen Einheiten der KI, oder englisch AI = artificial intelligence, über den Weg. Bei der Spiel-KI handelt es sich nicht um einen einzelnen Computergegner, der alles wahrnimmt und alles steuert, sondern um eine Ansammlung verschiedener künstlicher Intelligenzen, bestehend aus 3 Klassen:

  • Einheit KI: Jedes einzelne Schiff sucht nach Vorgaben und Gegebenheiten Ziele und Routen aus. Dabei kommt Schwarmintelligenz zum Einsatz. Jedes Schiff beobachtet die Aktionen der anderen Schiffe und reagiert darauf. So kann ausgeschlossen werden, dass alle Schiffe auf ein attraktives Ziel feuern, und / oder gemeinsam in die selbe Falle tappen.
  • Subcommander KI: Diese ist sternensystembasiert und hilft unter anderem Einheiten im System bei der Angriffsplanung und -durchführung.
  • Strategische KI: Dies ist der globale Commander. Sie bestimmt den Mobilisierungsstatus, welche Systeme verstärkt werden, und sucht strategische Ziele aus.

Am Anfang des Spieles werden wir von der KI kaum wahrgenommen. Sie ist mit anderen, weit wichtigeren Problemen beschäftigt, von denen wir nichts ahnen. Dies ist wie Chris Park, Gründer von Arcen Games betont, der einzige Grund warum unsere virtuelle Zivilisation noch existiert. Greifen wir jetzt ein KI Sternensystem an, so bekommen wir es zunächst mit den Einheiten und der Subcommander KI zu tun.

Allerdings wird auch der Commander langsam auf uns aufmerksam. Zunächst schickt er kleinere Wellen von Schiffen, die uns angreifen. Je mehr Systeme wir aber angreifen oder erobern, desto deutlicher wird er uns als Gefahr erkennen und desto größer werden seine Anstrengungen uns zu vernichten. Dies wird ihm anfangs auf jeden Fall gelingen, da die KI den menschlichen Fraktionen sowohl technologisch, als auch zahlenmäßig haushoch überlegen ist. Daher verbieten sich Feldzüge wie in den meisten Echtzeitstrategiespielen. Das Vorgehen muss subtiler und cleverer sein.

Natürlich haben wir dafür genau die richtigen Werkzeuge zur Verfügung. Da wäre zum Beispiel das Hacken. Dabei werden unbemerkt Schwachstellen der KI ausgenutzt um künstlich ein wenig unseren Status als Unruhestifter abzumildern. Ferner ist es wichtig eine gute Auswahl der eroberten Systeme zu treffen. Es ist nämlich auch möglich Einrichtungen der KI zu erobern. Dies ist sogar der einzige Weg überhaupt Mark 4 Einrichtungen zu erhalten, mit denen sich Mark 4 Schiffe bauen lassen, welche die KI von Anfang an besitzt. Zum Schluss muss dann auch von uns massive Gewalt angewendet werden. Das Spiel kann nur gewonnen werden, wenn beide orbitalen Kommandostationen der KI vernichtet wurden. Die größten Kritikpunkte an AI War sind die steile Lernkurve, sowie die nicht mehr ganz zeitgemäße 2D Grafik.

Wie clever ist die KI?

Was die Qualität der Spiel-KI betrifft, so war es laut Hersteller erheblich einfacher die Fehler der KI zu beseitigen als sie in niedrigeren Schwierigkeitsstufen glaubhafte Fehler begehen zu lassen. Echte ausnutzbare Fehler, wie sie in klassischen Echtzeitstrategiespielen nahezu unvermeidbar sind, wären seit der Alphaphase vor 7 Jahren nicht mehr aufgetreten. Mr. Park legt Wert darauf festzustellen, dass die KI nach den selben taktischen Regeln spielt wie die menschlichen Spieler. Sie hat keine internen Informationen über nicht sichtbare Vorgänge der Spieler, und pfuscht auch sonst nicht.

In diesem Dokument wird die künstliche Intelligenz des Spieles sehr offen beschrieben.

Das soll sich bei AI War 2 ändern

Der zweite Teil, wird dem Spiel durch die Unity 3D Engine nicht nur ein moderneres Äußeres verpassen, sondern auch ein von Grund auf neu programmiertes Inneres. Dies sind einige der anvisierten Änderungen:

  • Neuer Netzwerkcode
  • Überarbeiteter Multiplayer-Code, weiter bis zu 8 Personen im Co-Op, ggf. mehr möglich
  • Neu gestaltetes Benutzerinterface
  • Weniger Einstiegshürden, flachere Lernkurve
  • Die orbitale Kommandostation wird ein Ark-Schiff, und damit mobil
  • Die Reaktionen der KI werden noch flüssiger und aggressiver
  • Tarnvorrichtungen werden überarbeitet
  • Kleine Einheiten werden zu Squads zusammengefasst
  • Verbessertes Multithreading
  • Stark verbessertes Modding
  • User können eigene Tutorials scripten
  • Überarbeitete Schilde und Panzerung

Deutsche Übersetzung unwahrscheinlich

Leider sind andere Sprachversionen als Englisch zur Zeit für Arcen Games nicht machbar, was Chris Park uns gegenüber sehr bedauert. Eine Übersetzung wäre sehr aufwändig und teuer aufrecht zu erhalten, da sich die Spielinhalte erfahrungsgemäß schnell ändern. Die deutsche Version wäre definitiv die Erste auf der Liste, wenn eine Übersetzung irgendwann in den Bereich des Möglichen käme. Immerhin kommen 12,4% der AI War Kunden aus Deutschland, und stellen damit nach den USA und dem Vereinigten Königreich den drittgrößten Kundenstamm.

Update: Linux von Anfang an

Auch bei diesem Spiel wird Linux ab den ersten Early Access Versionen unterstützt, wie uns der Hersteller auf Nachfrage mitteilte.

QUELLEAI War 2 - Kickstarter Kampagne
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Nevertheless
Gefühlte 10% der neu erscheinenden Computerspiele erhalten 90% der Aufmerksamkeit. Selbst unter Linux wird der Markt immer unübersichtlicher. Ich möchte hier unter anderem gern auf Spiele aufmerksam machen, die in meinen Augen einen genaueren Blick wert sind.

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